Kommentare

Region Espace Mitteland

Kantone Bern, Freiburg, Jura, Neuenburg, Solothurn

Städte in der Region: Bern, Biel, La Chaux-de-Fonds, Neuchâtel, Solothurn

Die Region im Überblick

Das Espace Mitteland - wie vom Schweizerischen Bundesamt für Statistik aus den Kantonen Bern, Freiburg, Jura, Neuenburg und Solothurn zusammengefasst - ist eine landschaftlich interessante und vielfältige Region mit der Stadt Bern als ihrer wichtigsten Metropole. Das Espace Mittelland ist aber entgegen des gewählten Namens nicht mit dem "Mittelland" als geographische Region der Schweiz gleichzusetzen. Denn das Mittelland reicht vom Bodensee im Nordosten bis zum Genfersee im Südwesten. In der Region Espace Mittelland zählen die Städte Neuchâtel, Biel, Solothurn am Jurasüdfuss, Bern und Fribourg zum geographischen Mittelland. Im Norden des Espace Mittellandes befindet sich mit dem Jura aber noch ein stark bewaldetes Mittelgebirge und im Süden auch ein Teil der Schweizer Alpen: die Stadt Thun bildet das Tor zum "Berner Oberland" - einer überaus reizvollen Region mit einem grandiosen Bergpanorama.

Im Jura

In den Kantonen Neuenburg (NE), Jura (JU) und im Berner Jura (nördlich von Biel) wird mehrheitlich Französisch gesprochen, im Kanton Solothurn Deutsch. Abgesehen vom Jurasüdbogen mit den interessanten, grösseren Städten Neuchâtel, Biel und Solothurn ist die Region mit ihrer dichten Bewaldung und dem rauen Klima aber eher dünn besiedelt.  In diesem typischen Kettengebirge bilden sich gerade im Winter windstille Muldenlagen aus, in denen Kälterekorde gemessen werden, wie zum Beispiel in La Brévine (in der Nähe von La Chaux-de-Fonds) mit -41.8°C. Doch das Mittelgebirge ist gerade wegen seiner oft unberührten Natur eine Reise wert: das kleine Ressort um Saignelégier ist Wanderern und Langläufern schweizweit bekannt. Eine weitere Besonderheit sind die Freiberger Pferde, von denen man etliche Herden im Jura antreffen kann. Diese gutmütigen und kräftigen Tiere wurden in der Landwirtschaft eingesetzt oder direkt von der Zucht in die Bestände der Schweizer oder Französischen Armee weiterverkauft. Heute nutzt man die intelligenten Tiere allerdings nur noch zu Reitausflügen im Jura. Bekannte, landwirtschaftliche Erzeugnisse sind z.B. der Absinth, ein Kräuterschnaps, der auch als "Grüne Fee" bekannt ist und vom dem es heisst, er könnt Halluzinationen und Wahnvorstellungen hervorrufen, sowie der Vacherin Mont d'Or, ein Weichkäse aus Kuhmilch, der im Fichtenholz-Gebinde heranreift. Die Geschichte des bedeutendsten, industriellen Produktes ist schnell erzählt: Als im 16. Jahrhundert französische Glaubensflüchtlinge ihre Uhrmacherkenntnisse in die Schweiz mitbrachten, haben nicht nur Städte wie Genf oder Biel durch das Wissen profitiert, sondern auch kleinere Gemeinden mitten im Jura wie La Chaux-de-Fonds, denn die Herstellung der Uhrwerke war damals auf dem Land kostengünstiger.


Abwechslungsreiche Fahrradtouren sind in den Anhöhen des Jura möglich

Im Seeland, dem Aaretal und den hügeligen Voralpen

Die zwei grossen Mittellandseen - der Neuenburgersee (bei der französischsprachigen Stadt Neuchâtel), der Bielersee (beim zweisprachigen Biel-Bienne) - bilden zusammen mit dem kleineren Murtensee gleich anschliessend an den Jurasüdbogen das "Seeland". Die Seen, die im Sommer zum Badespass einladen, und an deren Ufern man in zahlreichen Restaurants Fischspezialitäten geniessen kann, sind Zeuge der grossen Eiszeiten, in denen Gletscher mit ihren Geschieben und Endmoränen das Mittelland formten. Das flache Mittelland litt übrigens lange Jahre an Hochwassern. Schneeschmelze und mitgeführtes Geröll aus den Alpen brachten grosse Flüsse wie die Aare sogar dazu, aus ihrem Flussbett zu springen, Fliessrichtung zu ändern und weite Teile des Mittellandes zu überfluten. Erst die Juragewässer-Korrektion im 19. Jahrhundert hat die Situation nachhaltig verbessert. Eine Fahrradtour zwischen Bern und Solothurn zeigt eindrücklich, wie stark der Fluss gezähmt wurde. Weiter südlich gelangt man in die hügeligen Voralpen, in denen intensive Milchwirtschaft betrieben wird. Regionen wie das Freiburger Greyerzerland und das Berner Emmental stehen praktisch synonym für ihre wichtigen Käseerzeugnisse: dem rezenten Gruyère und dem löchrigen Emmentaler, die man direkt in zahlreichen Käsereien der jeweiligen Regionen erwerben kann. Wer ein gutes Käsefondue essen will, sollte im mehrheitlich französischsprachigen Kanton Fribourg einkehren: die in der Schweiz bekannteste Variante - das Moitié-Motié - wird aus den zwei Käsesorten Vacherin Fribourgeois und Gruyère hergestellt. Die bekanntestes Spezialität im Kanton Bern ist die "Berner Platte", auf der verschiedenste Wurst-, Räucherfleisch, Speck- und Siedfleisch-Spezialitäten zusammen mit Sauerkraut, Salzkartoffeln und Dörrbohnen serviert werden. Diese Platte wurde im winterlichen März 1798 anlässlich der Siegesfeier der Berner Truppen gegen die Franzosen entwickelt, was die Auswahl länger haltbarer Lebensmittel erklärt. Zum Dessert werden oft Meringues mit Rahm - eine lockeres Gebäck aus Eiweiss - oder Meitschibei gereicht - eine Nussrolle in Form von Mädchenbeinen.

Aare bei Berken
Die Aare kurz nach Solothurn, beim bernischen Dörfchen Berken

In den Alpen

Die schöne Stadt Thun bildet das Tor zum Berner Oberland mit seinen imposanten Bergen und darin eingebettet den beiden romantischen Seen Thuner- und Brienzersee. Touristisch interessant sind die kleinen Städte Brienz mit dem Brienzer Rothorn, das mit einer Zahnradbahn erschlossen ist, sowie die Täler mit den Dörfchen Grindelwald, Lauterbrunnen und Wengen, die rund um Eiger, Mönch und Jungfrau gelegen sind. Hier kann man inmitten der mächtigen 4000er im Sommer wandern und im Winter Ski fahren. Sportlich ambitionierte Fahrradfahrer finden etliche Möglichkeiten, z.B. am Susten- oder Grimselpass ans Limit zu gehen. Die Alpenpässe mit ihren Serpentinen und kleinen Tunneln sind aber auch für Motorrad- und Autofahrer eine Herausforderung. Ein Zwischenhalt auf den Passhöhen ist Plicht: nirgendwo sonst erlebt man die karge Vegetation, Berge und Gletscher eindrücklicher als auf den Pässen in 2000 Meter Höhe. Einzig Wanderer können auf dem gut ausgebauten Wandernetz im Berner Oberland Flora und Fauna aus nächster Nähe besser und vor allem ungestörter beobachten. Am Niederhorn - dem Ausflugsberg in unmittelbarer Nähe von Thun - kann man z.B. mit Glück auf Herden von Gämsen und Steinböcken treffen.

Sustenpass
Der Sustenpass verbindet Zentralschweiz mit Berner Oberland

Aktivitäten und Ausflüge im Mittelland

Im Sommer, im Winter

 

Kommentare