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Bern

UNESCO-Welterbe Berner Altstadt

Geschichte und Geographie der Stadt Bern

Die Stadt Bern wurde 1191 von den Herzögen von Zähringen auf einer Halbinsel innerhalb einer Schlaufe der Aare gegründet. Die mittelalterliche Altstadt befindet sich durchschnittlich 40 m höher als der Fluss,  Quartiere direkt an der Aare sind aber regelmässig von Hochwassern bedroht. Der Name der Stadt wurde oft mit dem Bären in Verbindung gebracht, und daher ziert Meister Petz auch das Wappen der Stadt. Wahrscheinlich stammt "Bern" aber vom keltischen Begriff "berna" ab, der in etwa "Kluft" bedeutet und damit die besondere Lage innerhalb der Aareschlaufe beschreibt. Ab 1218 galt Bern als freie Reichsstadt mit einer gewissen Autonomie, 1353 trat man der Eidgenossenschaft bei. Bern entwickelte sich zu einem grossen Stadtstaat, der mit Revolten insbesondere seiner französischsprachigen Bürger zu kämpfen hatte, was 1798 zum Einmarsch französischer Truppen und zur Abspaltung von ganzen Kantonen wie der Waadt führte. Als sich der lose Staatenbund zur Schweiz reformierte, wurde trotz grosser Widerständen Bern 1848 zur Hauptstadt erkoren. 1857 wurde ein erster Teil des Bundeshauses eingeweiht, das sowohl Exekutive (Bundesrat) als auch Legislative aus zwei Kammern (Nationalrat und Ständerat) beherbergt. Mit ihrem homogenen und gut erhaltenen, mittelalterlichen Stadtbild aus Sandsteinfassaden, Lauben und Berner Münster, sowie der Lage inmitten der Aare und dem Ausblick auf das entfernte Alpenpanorama, wurde die Altstadt 1983 zum UNESCO-Welterbe erkoren.

Bern Übersicht

Sehenswürdigkeiten in Bern

Historische Aufnahme Bundeshaus BernDas erste Ziel nach Ankunft am Berner Bahnhof ist zu Fuss nur 10 Minuten entfernt: das Bundeshaus. Das Gebäude von 300 m länge ist symmetrisch aufgebaut und besteht aus West-, Ostflügel und dem mittigen Parlamentsgebäude. Das Westflügel entstand zwischen 1852 und 1857, als der Platz nicht mehr ausreichte, baute man zwischen 1884 und 1892 das Bundeshaus Ost. Das historische Foto rechts stammt von 1896. Besonders strittig war der Bau des Parlamentsgebäudes zwischen 1894 und 1902 - gestaltet von Hans Wilhelm Auer. Der Entwurf dieses Architekten unterlag im Juryentscheid von Fachleuten, wurde aber trotzdem von Politikern der Bundesversammlung ausgewählt. Das Gebäude, das ähnlich wie das Capitol in Washington gestaltet ist, erinnert in vielen Details der Innen- und Aussengestaltung an die unterschiedlichen Kantone und Kulturen in der Schweiz. Kostenlose Führungen in Deutscher Sprache werden Mo bis Sa nachmittags um 15 Uhr durchgeführt. Telefonische Anmeldung am Vortag ist erwünscht: +41 31 322 85 22.

Bundeshaus Bern

Bei den zwei Durchgängen zwischen Parlamentsgebäude und den beiden Gebäudeflügeln gelangt man auf die Bundeshausterrasse, die einen wunderbaren Ausblick auf die Region um Bern bietet.

Geht man weiter durch die Kochergasse, gelangt man zur Tramhaltestelle Zytglogge und gleich anschliessend der Kirchenfeldbrücke. Diese filigrane Eisenkonstruktion von 1883 überspannt mit zwei Bogen in 37 m Höhe insgesamt 229 m bis zum Helvetiaplatz und bietet einen wunderbaren Ausblick auf das Bundeshaus:

Sicht von Kirchenfeldbrücke auf Bundeshaus Bern

Am Helvetiaplatz trifft man auf das Welttelegrafendenkmal von 1922, das an den Welttelegrafenverein erinnert - sozusagen der Vorgänger der späteren Internationalen Fernmeldeunion in Genf. Dahinter befindet sich gleich das Historische Museum Bern, das z.B. das Leben von Einstein beleuchtet, der 1905 seine Relativitätstheorie in Bern entwickelte. Aber auch die Geschichte der Schweiz und viele internationale Themen werden präsentiert.

Telegrafendenkmal Bern

Auf dem Weg zurück über die Kirchenfeldbrücke kann man auf der anderen Strassenseite nun die Altstadt mit dem Berner Münster erblicken. Das tiefer liegende Mattenquartier direkt am Fluss ist oft von Hochwassern bedroht.

Sicht von Kirchenfeldbrücke auf Berner Münster

Zurück bei der Tramhaltestelle Zytglogge geht man ein wenig weiter, bis man auf der rechten Seite das Stadttor sieht, durch das man in den ältesten Teil der Altstadt gelangt. Dieses Tor, das im Volksmund Zytglogge (Zeitglocke) heisst, ist hier auf dem Bild von der gegenüberliegenden Seite her abgebildet:

Zytglogge Bern

Der ursprüngliche Wehrturm wurde zwischen 1218 und 1220 erbaut und markierte die damalige Stadtgrenze im Westen. Aufgrund der Lage der Stadt innerhalb der Aareschlaufe konnte Bern aber nur Richtung Westen vergrössert werden, womit der Turm weiter in die Stadtmitte rückte. Im 14. Jahrhundert kam hier ein Gefängnis unter, das 1405 durch einen Brand zerstört wurde. Erst dann wurde die heute erhaltene Zytglogge aus Sandstein gebaut, die die Zeit für die ganze Stadt vorgab. In Grundzügen stammt auch die Astronomischen Uhr mit den Tierkreiszeichen und Mondzeiger bereits aus jener Zeit, wurde aber zwischen 1527 und 1530 vom Schmid und Uhrmacher Kaspar Brunner überarbeitet, der auch die Glockenspiele integrierte.

Zytglogge Bern - Details

Nach dem Stadtbrand von 1405, in dem 500 Häuser vernichtet wurden, entschied man sich, die neuen Gebäude aus Sandstein zu errichten. Damals entdeckte man auch die Vorteile der Laubengänge, die charakteristisch für Bern sind. Man bot im ersten Geschoss mehr Wohnraum trotz schmaler Gassen und die Fussgänger freuten sich, bei Regen trockenen Fusses durch die Stadt gehen zu können.

Bern Münstergasse

1421 wurde mit dem Bau des Berner Münsters begonnen. 1590 wurde es mehrheitlich fertig gestellt und wird seither immer wieder überarbeitet. Der Turm wurde wegen schwacher Fundamente übrigens erst 1893 in der vollen Höhe errichtet. Besonders interessant ist die Darstellung des jüngsten Gerichtes im Eingangsportal des Münsters und der Blick von der zweiten Galerie des Turms auf 64m Höhe bis weit hinüber zu den Gipfeln von Eiger, Mönch und Jungfrau im Berner Oberland.

Berner Münster

Vom der Münsterplattform kann man einen Blick auf die Aare, das Mattenquartier und die Kirchenfeldbrücke geniessen.

Kirchenfeldbrücke Bern

Wer bergab in Richtung des Aarebogens marschiert und die jüngere und höher gelegene Nydeggbrücke überquert, geniesst einen guten Überblick über das Mattenquartier und die erste und lange Zeit einzige Brücke von Bern - die Untertorbrücke:

Mattequartier Bern

Der Weg über die Nydeggbrücke führt direkt zum Bärenpark, in dem das Wappentier der Stadt zu bewundern ist. Der alte "Bärengraben", der mit einem Tunnel mit der heutigen Anlage verbunden ist, war deutlich weniger artgerecht als das riesige Aussengelände.

Bärenpark Bern

Vom Bärenpark aus gelangt man zu Fuss zum Rosengarten, der sich auf dem Gelände eines ehemaligen Friedhofes auf einer Anhöhe gegenüber der Altstadt von Bern befindet. Hier kann man einen fantastische Aussicht auf Bern geniessen oder die hunderten Rosen- und Irisarten bewundern.

Altstadt von Bern

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