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La Chaux-de-Fonds

Die Uhrenstadt inmitten des Juras

Geschichte und Geographie der Stadt La-Chaux-de-Fonds

Die Stadt La Chaux-de-Fonds ist die viertgrösste Stadt der französischsprachigen Schweiz und zählt mit ihrer Höhenlage von 1000 Metern über Meer zu den höchstgelegenen Städten Europas. Das Klima ist dementsprechend rau mit sehr kalten Morgenstunden, doch profitiert La Chaux-de-Fonds von seiner Lage in einem Tal, das von der Sonne gut erwärmt wird. Im Gegensatz zu den Städten im Mittelland bildet sich hier im Hochjura auch nur selten Nebel.

La Chaux-de-Fonds Geschichte fängt erst spät an: Es scheint, als seien bis zum Mittelalter hier oben nur wenige Menschen anzutreffen gewesen. 1350 wurde die Alpweide "la Chaz de Fonz" zum ersten Mal erwähnt. Der Name stammt vermutlich von lat. "calvus" (kahl) und fundus (Boden) her. Gegen die Stadtentwicklung sprach die Wasserknappheit, dafür die günstige Lage an Handelswegen von Neuenburg nach Basel. So entwickelte sich im 16. Jahrhundert unter der Herrschaft der Grafen von Neuenburg aus Einzelhöfen langsam eine Stadt, die 1656 zur Gemeinde mit eigener Gerichtsbarkeit erhoben wurde. Durch Ansiedlung von Uhrenindustrie aus dem benachbarten Le Locle nahm der Aufschwung weiter zu. Doch auch die Spannungen zwischen den Bürgern und der Herrschaft intensivierten sich: so begrüssten die Bürger der Stadt die französische Revolution. Nach einigen Jahren unter Französischer Herrschaft wurde La Chaux-de-Fond nach dem Wiener Kongress 1815 an die Schweiz angegliedert.

Ein wichtiges Ereignis war die Feuersbrunst von 1794, die etwa 75% der Stadt zerstörte. Unter Führung von Moïse Perret-Gentil wurde das Gesicht des heutigen La Chaux-de-Fonds massgeblich geprägt. Mit einer Hauptstrasse von Südwesten nach Nordosten, die flach im Tal verläuft und parallel dazu verlaufenden Strassen, die mittels rechtwinklig angeordneter Wege zu einem Schachbrettmuster verknüpft sind, wurde das Gesicht der Stadt über die nachfolgenden Jahrhunderte geprägt. Erweiterungen im Jahre 1835 und 1841 unter dem Plan des Architekten Charles-Henri Junod hielten sich an die vorgegebenen Grundmuster. Da die Stadt sich Mühe gab, ihren dicht bebauten, industriellen Charakter zu bewahren, wurde La Chaux-de-Fonds (zusammen mit Le Locle) unter dem Titel "UNESCO Stadtlandschaft Uhrenindustrie" zu einem Unesco Weltkulturerbe erhoben.

Sehenswürdigkeiten in La Chaux-de-Fonds

Dank guter Beschilderung vom Bahnhof problemlos zu erreichen ist das Musée International d'Horlogerie.

Musée International d'Horlogerie

Mit zahlreichen Exponaten präsentiert die Ausstellung die Geschichte der Uhrmacherei:

Nach einem Fussmarsch von wenigen Minuten erreicht man das Zentrums von La Chaux-de-Fonds, das aus der breiten Hauptstrasse - der Avenue Léopold-Robert besteht - aus denen rechtwinklig angeordnete, kleinere Strassen zu den weiteren Parallelstrassen führen. Wohingegen die Avenue Léopold-Robert und die Parallelstrassen mehr oder weniger flach verlaufen, überwinden die Verbindungsstrassen doch einige Höhenmeter.

Rechtwinklig angeordnete Strassen in La Chaux-de-Fonds

In diesem futuristischen Gebäude - der Espacité - befindet sich die Stadtverwaltung, ein Tourismusbüro und eine Aussichtsplattform:

Espacité La Chaux-de-Fonds

Aus schwindliger Höhe erkennt man das Schachbrettmuster der Stadt problemlos:

Schachbrettmuster La Chaux-de-Fonds

Hier ein Blick auf die Avenue Léopold-Robert:

Avenue Léopold-Robert La Chaux-de-Fonds

Die Strassen und Gebäude im älteren Teil der Stadt rund um den Place de l'Hôtel de Ville (Rathausplatz) sind weniger starr angeordnet. Das Denkmal der Republik stammt aus dem Jahr 1910.

Place de l'Hôtel de Ville

Das nüchtern wirkende Rathaus wurde 1803 erbaut:

Hôtel de Ville La Chaux-de-Fonds

Nach wenigen Metern gelangt man zum Grande Temple aus dem Jahr 1796, dessen Turmuhr einige Jahre lang die Zeit in der Stadt vorgab:

Grande Temple La Chaux-de-Fonds

Weiter oben befindet sich der Temple Allemand aus dem Jahr 1853:

Temple Allemand La Chaux-de-Fonds

Nach einem längeren Aufstieg bis in das Villenviertel stösst man auf Gebäude des bekannten Architekten Le Corbusier. Hier das Maison Blanche:

Maison Blanche La Chaux-de-Fonds

Weitere Le Corbusier Achitektur - wenngleich nicht so spektakulär wie das Maison Blanche - kann man in den anschliessenden Strassen entdecken. Allerdings sind diese Gebäude bewohnt, und es werden keine Führungen angeboten...

Le Corbusier-Häuser La Chaux-de-Fonds

Von hier oben sieht man auch, was die Stadtentwicklung von La Chaux-de-Fonds auch auszeichnet: die Stadt hört an scharfen Grenzen auf.

Stadtgrenze La Chaux-de-Fonds

Das nächste Gebäude ist auf der anderen Talseite zu finden. Diese wunderbare, kleine Kirche aus dem Jahr 1972 des Architekten André Gaillard - die Eglise Saint-Jean - zeichnet sich durch einen Glockenturm aus, der sozusagen aus der Kirche herauswächst.

Eglise Saint-Jean La Chaux-de-Fonds

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