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Thun

Das Tor zum Berner Oberland

Geschichte und Geographie der Stadt Thun

Bereits in der Jungsteinzeit siedelten Menschen im Gebiet des heutigen Stadtzentrums an der Aare - 1 km unterhalb des Thunersees. Der Ort wurde später befestigt, und womöglich leitet sich "Thun" vom keltischen Begriff "dunum" ab, der einen Platz bezeichnet, der durch Palisaden geschützt ist. Im 7. Jahrhundert wird das Dorf vom fränkischen Mönch Fredgar namentlich erwähnt, und im 11. und 12. Jahrhundert von den Herzögen von Zähringen ausgebaut, die die strategisch interessante Lage erkannt haben. Denn Thun konnte einfach befestigt werden und bot mit einem kleinen, steilen Hügel unmittelbar bei der Stadt die Möglichkeit, ein besonders geschütztes Schloss zu errichten. Teile der Altstadt aus dem 12. Jahrhundert und das Thuner Schloss sind noch heute gut erhalten. Das Schloss dient mittlerweile als historisches Museum. 1264 erhielt Thun das Stadtrecht, 1384 hat der Kanton Bern die Stadt erworben. Im 14. Jahrhundert wurde die Insel vor der Stadt - das Bälliz - eingemeindet. Später kamen weitere Gebiete hinzu, so dass sich die Stadt Thun bis an den Thunersee ausbreitete. Als der französische Feldherr Napoleon die Schweiz neu ordnete, war Thun für fünf Jahre der Hauptort des Kantons Oberland.

Thun Übersicht

Sehenswürdigkeiten in Thun

Zugsreisende haben gleich neben dem Bahnhof die Möglichkeit, ins bereitstehende Kursschiff umzusteigen und mit einer Rundfahrt auf dem Thunersee das umliegende Alpenpanorama zu geniessen.

Hafen Thun

Oder man folgt der Strasse bis zum Schloss Schadau, das sich direkt am See befindet. Früher eine Privatvilla eines Bankiers, gehört das Gebäude seit 1925 der Stadt Thun und beherbergt heute ein Gastronomiemuseum. Auf den riesigen Parkanlagen findet sich neben Kinderspielplätzen auch das Wocher-Panorama, ein Gemälde von gigantischen Ausmassen (7.5m * 38m), das die Stadt Thun und ihre Umgebung im Jahr 1810 zeigt.

Schloss Schadau in Thun

Vom Schlosspark aus geniesst man einen wunderbaren Blick auf den Thunersee und das umliegende Berner Oberland:

Thunersee

Auf dem Weg vom Bahnhof zum Schloss Schadau und zurück kommt man auch an der Scherzligkirche vorbei. Bereits im 9. Jahrhundert wurde der Turm dieser Kirche errichtet und ist somit der älteste, noch erhaltene Kirchturm der Region. Gotische Malereien aus dem 14. Jahrhundert sind im Innenraum bis heute erhalten, was den Einwohnern der Kirchgemeinde zu verdanken ist: Als sich Bern der Reformation anschloss, wehrten sich die Bewohner der Region gegen die Umgestaltung der Kirche. So blieben die Wandmalereien erhalten, Orgel und Altar hingegen wurden entfernt.

Scherzligkirche

Wer den Weg zum Schloss Schadau und der Scherzligkirche nicht zurücklegen will, gelangt vom Bahnhof direkt auf die Insel Bälliz. In diesem Stadtteil laden etliche Geschäfte, Cafés und Restaurants zum Flanieren ein, so dass man einen Zwischenstopp einlegen kann, bevor man die zahlreichen Brücken überquert und die Altstadt erkundet, die man hier bereits sehen kann:

Thun Altstadt

Die Wassermassen der Aare wirken wahrlich imposant. Und tatsächlich war Thun bis zur Eröffnung eines Entlastungskanals immer wieder von Hochwassern bedroht.

Brücken in Thun

Ein besonderes Merkmal der Thuner Altstadt sind die Hochtrottoirs mit Geschäften und Restaurants über zwei Ebenen in der Oberen Hauptgasse:

Thun Obere Hauptgasse

Das Rathaus entstand 1685 durch das Zusammenfassen mehrerer Gebäude und dem Neubau eines Archivturm. Das Dach und die oberen Geschosse, die sich partiell über einer Laube befinden, werden von wuchtigen Pfeilern getragen. In der Mitte befindet sich das Stadtwappen von 1685, das von Löwen getragen wird.

Rathaus Thun

Wenige hundert Meter weiter trifft man schon auf die Stadtmauer, die einige interessante Wehrtürme wie den Chutziturm oder den hier abgebildten Zyroturm aufweist:

Thun Zyroturm

In unmittelbarer Nähe des Zyroturm befindet sich die Berntorscheune: das letzte, verbliebene Bauernhaus innerhalb der Stadtmauern aus dem 17. Jahrhundert. Sie ist mit ihren zwei Geschossen und dem Holzgiebel mit Laube ein bemerkenswertes Zeugnis der damaligen Zimmermannsarbeit.

Vor den Stadttoren, am Berntorplatz wartet der Fulehung. Als Thuner Soldaten den Hoffnarren von Karl des Kühnen bei Murten festsetzten, der die Berner immer als "langsam" und die Thuner als "Faule Thunerhunde" verspottete, transportierten sie ihn in die Stadt und trieben ihn solange durch die Gassen, bis er tot zusammenbrach.

Fulehung

Auf solchen Schleichpfaden gelangt man zur Stadtkirche aus dem 14. Jahrhundert, die mit reichhaltigen Fresken geschmückt ist und dem Schloss...

Stadtkirche Thun

...das plötzlich märchenhaft vor einem liegt. Das Schloss Thun bietet einen imposanten Rittersaal aus der Zeit der Zähringer, und im Museum werden interessante, kulturhistorische Güter zur Schau gestellt. Von den Ecktürmen geniesst man einen unvergleichlichen Ausblick:

Schloss Thun

Durch das Burgtor verlässt man den Schlossberg wieder und gelangt zurück in die Stadt und zum Bahnhof:

Burtor Thun

Die Stadt Thun bietet also zahlreiche Sehenswürdigkeiten aus mehreren Jahrtausenden europäischer Architektur- und Kulturgeschichte, die auf dem historischen Rundweg von Thun gut ausgeschildert sind.

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