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Lausanne

Sportmetropole der Schweiz

Geschichte und Geographie der Stadt Lausanne

Lausanne liegt an einem steilen Ufer des Genfersees. Das Stadtgebiet, das sich über eine Differenz von mehr als 300 Höhenmeter erstreckt, wird durch die Bäche Louve und Flon in drei Quartiere zerschnitten, die durch teilweise aufwändige Brücken miteinander verbunden sind. Um die immensen Höhenunterschiede zu überwinden, nutzt man am besten die U-Bahn-Linie M2 der Transports publics de la région lausannoise (TL), die vom Hafenquartier Ouchy zum Bahnhof und weiter durch die Altstadt mit den wichtigsten Sehenswürdigkeiten nach Croisette führt.

Erste Siedlungen datieren bis ins 4. Jahrtausend v. Chr. zurück. Später entstand am Fusse des Genfersees Lousonnensium, eine der grössten römischen Siedlungen in der Schweiz, die aber im Jahr 260 durch die Alemannen zerstört wurde. Der Name wurde allerdings für eine kleine Siedlung am Ort der heutigen Kathedrale weiterverwendet, die im 4. Jahrhundert entstand. Im 6. Jahrhundert folgte eine erste Kirche und bald darauf die Gründung des Bistums Lausanne. Die Stadt gehörte lange Zeit zum Königreich Hochburgund und erlangte eine gewisse Bedeutung, was an der Weihe der Kathedrale Notre-Dame im Jahr 1275 in Beisein von Papst Gregor des Zehnten und des Königs Rudolf von Habsburg ersichtlicht ist. Die Bürger von Lausanne begehrten allerdings bald gegen die Bischöfe auf und erhielten mehr Bürgerrechte. In der Schlacht von Grandson (1476) zwischen Burgund und den Eidgenossen wurde Lausanne zuerst von den Burgundern und schliesslich von den Eidgenossen eingenommen. Doch die Eidgenossen verzichteten auf eine Erweiterung ihre Einflusssphäre und zogen sich wieder zurück. 1536 wurde Lausanne von Bern erobert und zur Provinzstadt degradiert. Erst die Neuordnung der Schweiz durch Napoléon von 1798 machte Lausanne zum Hauptort des neuen Kantons "Léman", der später zum heutigen Kanton Waadt wurde.

Im Jahr 1915 - im ersten Weltkrieg - zog das Internationale Olympisches Komitee von Paris in die neutrale Schweiz um. Bis heute befinden sich Verwaltungsgebäude und ein Museum des IOC (Franz: CIO) in Lausanne. Zahlreiche Sportstätten, die auch für den Breitensport offen stehen, haben sich um das Gelände des IOC angesiedelt, so dass Lausanne zur Sportmetropole der Schweiz wurde.

Sehenswürdigkeiten in Lausanne

Vom Bahnhof aus gelangt man am besten mit der Metrolinie M2 zur höher gelegenen Altstadt oder dem tiefer gelegenen Hafenquartier Ouchy. Diese vollautomatische Bahn nutzt Schienen zur Führung, verkehrt aber sonst auf normalen Reifen, damit die enormen Steigungen überwunden werden können. Etwa 90% der Strecke verlaufen in Tunnels.

Metro M2 Lausanne

Von den Haltestellen Riponne oder Bessiére aus ist die Altstadt gut zu erreichen. Auf dem Vorplatz der Kathedrale Notre-Dame, die über der Stadt thront, erhält man einen guten Überblick über die zahlreichen, alten Gebäude:

Aussicht vom Vorplatz der Cathédrale Notre-Dame de Lausanne

Bereits im 6. Jahrhundert befand sich hier eine Kirche. Die heute erhaltene Cathédrale de la Notre-Dame wurde zwischen 1170 und 1275 im gotischen Stil errichtet. Ein Besuch, der im Innern schön und einheitlich gestalteten Basilika, lohnt sich.

Cathédrale Notre-Dame de Lausanne

Der Hauptturm der Kathedrale präsentiert sich hier im Mittagslicht:

Turm der Cathédrale Notre-Dame de Lausanne

Unter Bischof Aymon de Montfalcon wurde im 16. Jahrhundert das Westportals im Flamboyantstil errichtet. Die Figurenschmuck wurde im 20. Jahrhundert vollständig renoviert.

Westportal der Cathedrale Notre-Dame

Einige hundert Meter von der Kirche entfernt und nahezu auf derselben Höhe befindet sich das Château Saint-Maire, das im  Auftrag des Lausanner Bischofs von 1397 bis 1406 errichtet wurde. Diese Festung in Würfelform, die dem damaligen Bauprinzip für solche Anlagen folgte, hielt einem Ansturm der Bürger von Lausanne 1482 stand, die sich gegen den Bischof auflehnten. 1536 - bei der Einnahme von Lausanne durch Bern - wechselte das Schloss allerdings den Besitzer.

Château Saint-Maire

Ein wenig unterhalb der Terrasse mit der Kathedrale und dem Schloss Saint-Maire liegt der Place de la Riponne mit dem Palais de Rumine. Dieses Gebäude wurde mit Hilfe des Vermögens des Bauingenieurs Gabriel de Rumine nach dessen Tod errichtet und 1906 eingeweiht. Dank dieses Gebäudes konnte die Akademie Lausanne - zu Beginn eine Hochschule für Theologie - zu einer richtigen Universität aufgewertet werden. 1970 zog die Uni allerdings in einen anderen Stadtteil von Lausanne um. Das Gebäude dient heute weiterhin als Kantons- und Universitätsbibliothek Lausanne und beherbergt zahlreiche Museen (Archäologie, Geschichte, Kunst, Geologie, Zoologie und Numismatik).

Place de la Riponne

Vom Place de la Riponne gelangt man zu Fuss innerhalb weniger Minuten auch zum Rathaus (Hôtel de Ville), das seit dem 16. Jahrhundert als Sitz für die kommunalen Behören dient:

Hotel-de-Ville Lausanne

Am nahen Place de la Palud befindet sich zudem dieses Glockenspiel, das die geschichtliche Entwicklung von Lausanne für die kleinen Gäste zusammenfasst:

Rue Hotel de Ville - Genf

Vom Place de la Riponne reist man der M2 in wenigen Minuten deutlich weiter nach oben, zur grünen Lunge von Lausanne - dem Sauvabelin-Wald. Von der Haltestelle "La Sallaz" gelangt man innerhalb von 15 Minuten mitten durch den Wald zum Tour de Sauvabelin:

Tour de Sauvabelin

Bereits in den 1980er-Jahren erstellten Studenten von Professor Julius Natterer Konstruktionsentwürfe. Zwischen 1998 und 2003 erfolgte der Bau, dessen Finanzierung grösstenteils von Sponsoren übernommen wurde. Jede der zahlreichen Treppenstufe ist mit einer Plakette eines Gönners versehen:

Aufstieg Tour de Sauvabelin

Von der obersten Plattform aus hätte man einen wunderbaren Überblick über das gesamte Stadtgebiet, den See und die umliegenden Gebirge. Aber der Autor dieser Seite getraute sich nur auf ungefähr einen Drittel der Höhe:

Aussicht vom Tour de Sauvabelin

Mit der Metro M2 gelangt man nun bis zur Endstation "Ouchy" am See. Dort befinden sich zahlreiche Neoklassizistische Hotelgebäude, aber auch das Château d'Ouchy, dessen Turm noch aus dem 13. Jahrhundert stammt. Zu Beginn diente die Anlage als bischöfliche Residenz, dann als Gefängnis. 1609 zerstörte ein Brand weite Teile des Anwesens, das anschliessend wieder aufgebaut wurde aber praktisch ungenutzt langsam in sich zusammenfiel. 1889 bis 1893 erfolgte der Bau einer neo-gotischen Hotelanlage rum um den erhalten gebliebenen Turm.

Chateau d'Ouchy

Nicht weit davon entfernt liegt der "Parc Olympique" mit dem Olympischen Museum, das allerdings 2013 - als der Bericht entstand - gerade renoviert wurde:

Musée Olympique

Eine temporäre Ausstellung auf einem Schiff zeigt einige interessante Exponate:

Musée Olympique Temporäre Ausstellung

Am Ufer des Genfersees befinden sich neben Hafenanlagen auch zahlreiche, weitere Sportstätten. Von Ouchy aus gelangt man mit dem Bus der Linie 2 zur Haltestelle Maladière-Lac, von wo aus man das Gelände rund um das Hauptquartier des IOC besuchen kann. Ein weg namens "Sport Track" führt an zahlreichen Sportanlagen vorbei:

Sport Track

So kann man Fussballer beobachten. Aber auch Skateboardfahrer, Jogger und zahlreiche weitere Sportler finden hier ihr Refugium:

Sportstätten

Am Sport Track liegt auch das Verwaltungsgebäude des IOC, dessen Garten mit zahlreichen, schönen Skulpturen geschmückt ist:

IOC Hauptquartier

In direkter Nachbarschaft befinden sich die Überreste der römischen Siedlung:

Promenade Archéologique Lausanne

Hier kann man ein riesiges Feld besuchen, das mit den Grundmauern der alten, römischen Siedlung aufwartet. Das Musée Romain de Lausanne-Vichy ist ganz in der Nähe:

Promenade Archéologique Lausanne

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